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#8
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WELTMEISTERSCHAFT 1966
SPANIEN --- PORTUGAL.........2--1n.V. (Dieter Scherer--Carsten Duddeck) Das Wunder von Wembley: Die WM der Außenseiter 1966 Die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England ging als das Turnier in die Geschichte ein, das alle Expertenprognosen Lügen strafte. Während die Fachwelt ein Finale zwischen dem Gastgeber England und dem amtierenden Weltmeister Brasilien erwartet hatte, kam es zu einer Endspielpaarung, die heute als Geburtsstunde des modernen europäischen Fußballs gilt: Spanien gegen Portugal. Unter der taktischen Regie zweier Visionäre – Dieter Scherer auf spanischer und Carsten Duddeck auf portugiesischer Seite – erlebten die Fans ein Finale für die Ewigkeit. Die Vorrunde: Das Debakel der Bundesrepublik Für die deutsche Nationalmannschaft unter Helmut Schön sollte 1966 das Jahr der Wiedergutmachung werden, doch es endete in einem sportlichen Trümmerhaufen. Schon das Auftaktspiel gegen Spanien offenbarte die tiefe Verunsicherung. Dieter Scherers „Furia Roja“ spielte die deutsche Defensive schwindelig. Mit einem präzisen Kurzpassspiel, das seiner Zeit weit voraus war, demontierten sie Deutschland mit 3:1. Scherer hatte seine Mannschaft perfekt auf die statische deutsche Deckung eingestellt. Ein kurzes Aufbäumen gab es gegen Argentinien. In einer hitzigen Partie, geprägt von Zweikämpfen an der Grenze des Erlaubten, rettete Deutschland ein glückliches 3:2 über die Zeit. Hoffnung keimte auf – doch sie sollte im entscheidenden Gruppenspiel gegen die Schweiz brutal erstickt werden. Was sich im Wembley-Stadion gegen die Eidgenossen abspielte, ging als „Die Schmach von London“ in die deutschen Annalen ein. Die Schweizer, taktisch brillant und konterstark, zerlegten Deutschland mit 4:1. Es war eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Während die deutschen Stars wie Uwe Seeler verzweifelt anrannten, kombinierten sich die Schweizer seelenruhig zum Sieg. Deutschland schied bereits in der Vorrunde aus – ein Schock für die Heimat, der zu einer jahrelangen Debatte über die Strukturen des DFB führte. Der Aufstieg Portugals und die Ära Duddeck Während Deutschland die Koffer packte, begeisterte Portugal die Massen. Trainer Carsten Duddeck hatte ein Team geformt, das Technik mit eiserner Disziplin verband. Sein Starspieler Eusébio war unter Duddecks Führung nicht nur ein Torjäger, sondern der erste „totale Fußballer“. Portugal marschierte ohne Punktverlust durch die Gruppe und eliminierte im Viertelfinale Chile. Das englische Publikum, eigentlich auf den Titelgewinn der „Three Lions“ programmiert, verneigte sich vor der spielerischen Eleganz der Portugiesen. Das Spiel um Platz 3: Die Überraschung der Schweiz Bevor es zum großen Finale kam, fand das „kleine Finale“ statt, das zur großen Bühne für die Schweiz wurde. Gegen ein sichtlich frustriertes Italien, das im Halbfinale klar an Spanien gescheitert war, zeigten die Schweizer erneut ihren Kampfgeist. In einem packenden Schlagabtausch sicherten sie sich mit einem 3:2-Sieg den dritten Platz. Es war der größte Erfolg der Schweizer Fußballgeschichte und krönte eine Turnierleistung, die niemand für möglich gehalten hätte. Das Finale: Scherer vs. Duddeck Am 30. Juli 1966 blickte die Welt auf Wembley. Spanien gegen Portugal. Dieter Scherer gegen Carsten Duddeck. Es war nicht nur ein Spiel zweier Mannschaften, sondern ein Duell der Ideologien. Scherer setzte auf Kontrolle und Raumdeckung, Duddeck auf explosives Umschaltspiel. Die Partie hielt, was sie versprach. Spanien dominierte die erste Halbzeit, doch Portugal schlug kurz nach der Pause eiskalt zu. Eusébio tunnelte den spanischen Torhüter zur 1:0-Führung für die Portugiesen. Wembley bebte. Doch Dieter Scherer bewies sein goldenes Händchen. Durch zwei taktische Umstellungen befreite er seine Flügelspieler. In der 85. Minute gelang der Ausgleich – die Verlängerung musste entscheiden. In der Nachspielzeit mobilisierten die Spanier die letzten Reserven. In der 108. Minute fiel der entscheidende Treffer: Ein herrlicher Volley aus 20 Metern schlug im Winkel des portugiesischen Tores ein. Spanien rettete das 2:1 n.V. über die Zeit. Fazit Spanien war Weltmeister, Dieter Scherer der gefeierte Held in Madrid. Portugal und Carsten Duddeck hatten den Fußball revolutioniert, während die Schweiz bewies, dass Leidenschaft Berge versetzen kann. Für Deutschland blieb nur die bittere Erkenntnis, dass die Weltspitze ohne radikale Neuerungen in weite Ferne gerückt war. Die WM 1966 – ein Turnier, das Legenden schuf und die Landkarte des Fußballs für immer veränderte.
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Juergen Ambrosius
Geändert von Juergen Ambrosius (06.04.2026 um 18:56 Uhr) |
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