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Ungelesen 13.04.2026, 20:38
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Juergen Ambrosius Juergen Ambrosius ist gerade online
 
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Ein Hauch von Fußball-Romantik wehte an diesem Junitag 1984 durch das Kölner Franz-Kremer-Stadion.

Über 5.000 Zuschauer drängten sich bei strahlendem Sonnenschein auf den Rängen, um das Endspiel um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft zu sehen. Die Stimmung war elektrisierend: Auf der einen Seite die lautstarken Kölner, die ihr „Effzeh“-Lied schmetterten, auf der anderen die tapferen Nordlichter aus Flensburg, die mit Bussen und einer riesigen Portion Euphorie angereist waren.

Der Spielbericht:
Von Beginn an merkte man, dass Achim Sorg seine Kölner Jungs perfekt eingestellt hatte. Der FC übernahm das Kommando, doch der TSB Flensburg, die Überraschungsmannschaft der Saison, hielt mit norddeutscher Gelassenheit und einer kompakten Defensive unter Wolfgang Rixen dagegen.

Die Stimmung kochte das erste Mal über, als Köln nach einer feinen Kombination über die Flügel mit 1:0 in Führung ging – das Stadion wurde zum Hexenkessel.

Flensburg gab sich jedoch nicht geschlagen. Angestachelt von den mitgereisten Fans, die jeden gewonnenen Zweikampf wie einen Sieg feierten, gelang den Fördestädtern tatsächlich der Ausgleich. „TSB! TSB!“-Rufe hallten durch Köln-Müngersdorf, und für einen Moment wackelte der Favorit.

Doch die Qualität der Kölner Kaderschmiede setzte sich schließlich durch. Noch vor der Pause erhöhte der FC auf 2:1, ein Treffer, der wie ein Wirkungstreffer saß. In der zweiten Halbzeit ließen die Geißböcke den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen. Als das erlösende 3:1 fiel, brachen alle Dämme.

Während Achim Sorg an der Seitenlinie erleichtert die Fäuste ballte, spendeten die Zuschauer auch dem TSB Flensburg bei der Schlusssirene stehende Ovationen für eine leidenschaftliche Leistung.

Am Ende hieß der Deutsche Meister 1. FC Köln, doch dieser Nachmittag war ein Fest für den Jugendfußball insgesamt – geprägt von Fairplay, hochemotionalen Fans und dem Duell zweier Trainer, die ihre Teams taktisch auf höchstem Niveau vorbereitet hatten.
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Juergen Ambrosius
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