Der Norden fordert die Domstadt: Nervenschlacht um die deutsche A-Jugend-Krone
FLENSBURG / KÖLN – Am kommenden Sonntag blickt Fußball-Deutschland auf das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren. Es ist ein Duell der Gegensätze: Der TSB Flensburg, die Überraschungsmannschaft von der Förde, trifft auf die Talentschmiede des 1. FC Köln. Beide Wege ins Finale waren gepflastert mit Dramatik, Tränen und spätem Jubel.
TSB Flensburg: Die Unbeugsamen aus dem Norden
Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Rixen hat sich den Respekt der Fachwelt hart erarbeitet. Souverän startete man gegen den TSV Havelse (3:0, 2:0) ins Turnier, doch danach wurde es eine reine Nervensache. Im Viertelfinale gegen den 1. FC Saarbrücken schien der Traum nach einem 4:3-Hinspielsieg und einer 1:2-Niederlage im Rückspiel fast geplatzt – doch im Elfmeterschießen behielten die Flensburger mit 6:5 die Oberhand.
Auch das Halbfinale gegen den VfL 1860 Marburg war nichts für schwache Nerven. Nach einem wilden 3:3-Schlagabtausch im Hinspiel bewiesen Rixens Schützlinge im Rückspiel echte norddeutsche Gelassenheit und sicherten sich mit einem knappen 2:1 das Finalticket.
Flensburg kommt über das Kollektiv und eine physische Präsenz, die schon so manchen Favoriten zermürbt hat.
1. FC Köln: Die Stehaufmännchen vom Rhein
Dass der 1. FC Köln im Finale steht, gleicht einem kleinen Wunder. Die Truppe von Achim Sorg scheint den „Houdini-Faktor“ gepachtet zu haben. Schon im Achtelfinale gegen Hertha 03 Zehlendorf mussten die Geißböcke eine 1:2-Heimschlappe wettmachen, was ihnen mit einem 2:0 in Berlin bravourös gelang.
Noch dramatischer wurde es im Viertelfinale gegen den VfL Bochum: Wie durch ein Spiegelbild der Flensburger Ergebnisse setzten sich die Kölner nach 4:3 und 1:2 ebenfalls erst mit 6:5 im Elfmeterschießen durch. Und als wäre das nicht genug, kopierten sie im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart exakt die Flensburger Bilanz: Einem spektakulären 3:3 folgte ein erkämpftes 2:1 im Rückspiel.
Das Duell der Trainer: Rixen vs. Sorg
Taktisch wird es ein Schachspiel. Wolfgang Rixen setzt auf eine kompakte Defensive und blitzschnelles Umschaltspiel. Achim Sorg hingegen vertraut auf die spielerische Eleganz und die individuelle Klasse seiner Kölner Jungs, die in dieser Saison bewiesen haben, dass sie auch unter höchstem Druck nicht die Nerven verlieren.
Beide Teams haben gezeigt, dass sie Rückstände wegstecken können und im Elfmeterschießen eiskalt sind. Sollte es am Sonntag nach 90 oder 120 Minuten unentschieden stehen, scheint das Pendel in keine Richtung auszuschlagen – beide haben ihre „Hausaufgaben“ vom Punkt bereits erledigt.
Prognose: Ein Finale auf Augenhöhe.
Köln ist der Favorit auf dem Papier, aber Flensburg hat den Wind der Förde im Rücken und den unbedingten Willen, die Schale erstmals in den hohen Norden zu holen.
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Juergen Ambrosius SC Auwel-Holt | Kreisstaffel 83 | 5. Platz | AEK Larnaca | Zypern 1.Liga | 1. Platz |
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