Einzelnen Beitrag anzeigen
  #6  
Ungelesen 05.04.2026, 19:39
Benutzerbild von Juergen Ambrosius
Juergen Ambrosius Juergen Ambrosius ist offline
 
Registriert seit: 20.04.2009
Ort: Lüüüüüüdenscheid
Beiträge: 2.687
Standard

1979/80 = EINTRACHT FRANKFURT --- DSC Arminia Bielefeld........................10--6
.....(BERND KORBACH--Thomas Miotke)


Triumph unterm Hallendach: Eintracht Frankfurt krönt sich zum Futsal-König

FRANKFURT / BIELEFELD – Die Sensation ist perfekt! In einem hochdramatischen Endspiel um die Deutsche Futsal-Meisterschaft 1980 hat sich Eintracht Frankfurt zum zweiten Mal nach 1978 den Titel gesichert. In einer hitzigen Partie bezwangen die Hessen den DSC Arminia Bielefeld mit 10:6 und bewiesen einmal mehr ihre Vormachtstellung auf dem Parkett.

Taktikschlacht der Trainerfüchse
Von Beginn an war die Handschrift der beiden Übungsleiter klar erkennbar. Während Bernd Korbach seine Eintracht mit einem extrem aggressiven Pressing und blitzschnellen Umschaltspiel auf das Feld schickte, setzte Bielefelds Coach Thomas Miotke auf eine kompakte Raumbesetzung und gefährliche Konter über die Außenbahnen.

Tor-Spektakel in der ersten Hälfte
Die Anfangsphase gehörte den Ostwestfalen. Miotkes Truppe nutzte zwei Unachtsamkeiten in der Frankfurter Hintermannschaft eiskalt aus und ging früh mit 2:0 in Führung. Doch Korbach reagierte ruhig, ordnete seine Reihen neu und peitschte seine Jungs nach vorne. Noch vor der Pause drehte die Eintracht auf: Mit technischer Brillanz und präzisen Kurzpässen hebten sie die Arminia-Abwehr aus den Angeln. Zur Halbzeit leuchtete ein torreiches 5:4 von der Anzeigetafel.

Kondition gibt den Ausschlag
In der zweiten Halbzeit machte sich die physische Überlegenheit der Frankfurter bemerkbar. Während Bielefeld dem hohen Tempo der ersten 20 Minuten Tribut zollen musste, wirkte die Eintracht frisch. Bernd Korbachs Rotationsprinzip zahlte sich aus. Frankfurt zog innerhalb weniger Minuten auf 8:5 davon.

Arminia Bielefeld warf in der Schlussphase unter der Regie von Thomas Miotke alles nach vorne, agierte zeitweise sogar mit einem „fliegenden Torhüter“, doch Frankfurt konterte eiskalt. Den Schlusspunkt zum 10:6-Endstand setzte die Eintracht per Fernschuss ins verwaiste Bielefelder Tor.

Fazit: Frankfurt schreibt Geschichte
Mit diesem Sieg feiert Eintracht Frankfurt die zweite Meisterschaft innerhalb von drei Jahren. Trainer Bernd Korbach wurde nach Abpfiff von seinen Spielern in die Luft geworfen, während Thomas Miotke trotz der Niederlage sportlich fair gratulierte: „Frankfurt war heute den einen Schritt schneller und vor dem Tor abgezockter.“

Endstand: Eintracht Frankfurt – DSC Arminia Bielefeld 10:6
Meister 1980: Eintracht Frankfurt (2. Titel)


Wer waren die Torschützen ?
In diesem denkwürdigen 10:6-Spektakel trugen sich folgende Spieler in die Torschützenliste ein. Dabei glänzten vor allem die Frankfurter Offensivgeister durch ihre Spielfreude auf dem Hallenboden:

Torschützenliste: Eintracht Frankfurt (10)
Bernd Hölzenbein (3 Tore): Der Kapitän und Rekordtorschütze war der Dreh- und Angelpunkt. Mit seiner Erfahrung erzielte er einen Hattrick und markierte auch den vorentscheidenden Treffer zum 9:6
.
Cha Bum-kun (2 Tore): Der "Sonnenschein" aus Südkorea verzückte die Fans mit seinen schnellen Antritten und verwandelte zwei präzise Zuspiele eiskalt.

Bernd Nickel (2 Tore): Bekannt für seine gefürchteten "Drallschüsse", traf "Dr. Hammer" zweimal aus der Distanz – einer seiner Schüsse schlug unhaltbar direkt im Winkel ein.

Fred Schaub (1 Tor): Der Finalheld des UEFA-Cups von 1980 bewies auch in der Halle seinen Riecher und staubte zum zwischenzeitlichen 5:4 ab.

Karl-Heinz Körbel (1 Tor): Der Rekordspieler der Bundesliga schaltete sich bei einem Konter mit nach vorne ein und traf trocken per Flachschuss.

Ronald Borchers (1 Tor): Er besorgte den Endstand zum 10:6, als er den Ball kurz vor Schluss ins leere Tor der Bielefelder schob.


Torschützenliste: DSC Arminia Bielefeld (6)
Norbert Eilenfeldt (2 Tore): Der gefährlichste Angreifer der Arminia brachte sein Team mit zwei frühen Treffern zunächst überraschend in Führung.

Christian Sackewitz (2 Tore): Er hielt die Hoffnung für Bielefeld lange am Leben und erzielte beide Tore in der hitzigen Phase kurz nach der Halbzeit.

Gerd-Volker Schock (1 Tor): Er traf nach einer einstudierten Eckenvariante wuchtig zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Helmut Schröder (1 Tor): Ein Fernschuss, der leicht abgefälscht den Weg ins Frankfurter Netz fand.


Wie war die Stimmung auf den Rängen ?
Die Stimmung in der Frankfurter Festhalle war am Kochen – eine Mischung aus dem typischen 80er-Jahre-Hallenflair und der Euphorie über den frisch gewonnenen UEFA-Cup der Eintracht.

Hier sind die Details zur Atmosphäre an diesem Nachmittag:

1. Ein Hexenkessel in Weiß und Blau
Rund 5.000 Zuschauer drängten sich bis dicht an die Bande. Da es noch keine strengen Sicherheitsabstände wie heute gab, saßen die Fans quasi direkt im Nacken der Spieler. Der Geruch von Bratwurst und frisch gezapftem Bier lag in der Luft, unterbrochen von den damals typischen Nebelhorn-Fanfaren, die bei jedem Tor ohrenbetäubend schallten.

2. Die „Eintracht-Welle“ gegen ostwestfälische Sturheit
Die Frankfurter Fans waren nach dem internationalen Erfolg im Mai 1980 im Rausch. Jedes Mal, wenn Bernd Nickel zum Distanzschuss ansetzte, raunte das ganze Stadion „Haaaammer!“. Die mitgereisten Bielefelder Schlachtenbummler hielten jedoch wacker dagegen. Mit ihren markanten „Arminia! Arminia!“-Schlachtrufen sorgten sie dafür, dass es zeitweise wie ein echtes Heimspiel für den DSC wirkte, besonders als ihr Team mit 2:0 in Führung ging.

3. Zaungäste und Prominenz
In den vorderen Reihen sah man bekannte Gesichter der Frankfurter Stadtgesellschaft und ehemalige Legenden wie Jürgen Grabowski, der zwar verletzungsbedingt nicht mehr mitspielte, aber jeden Spielzug seiner ehemaligen Kollegen lautstark kommentierte. Die Stimmung war familiär, aber hochgradig emotional – bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen flogen auch schon mal ein paar Sitzkissen oder Pappbecher Richtung Parkett.

4. Ekstase nach dem Schlusspfiff
Als der Schiedsrichter die Partie beim Stand von 10:6 abpfiff, gab es kein Halten mehr. Die Fans stürmten das Spielfeld, um ihre Helden zu herzen. Bernd Hölzenbein wurde auf den Schultern zum Podium getragen, während die Bielefelder Fans trotz der Niederlage Größe zeigten und ihren „Arminen“ für den couragierten Auftritt applaudierten.
__________________
Juergen Ambrosius
  SC Auwel-Holt     Kreisstaffel 83     5. Platz
  AEK Larnaca     Zypern 1.Liga     1. Platz
Mit Zitat antworten