Debattenkultur in DE
Ich bin dafür, gegen Nazis vozugehen, ganz klar. Ich kann auch nachvollziehen, dass man gerade in DE diesbezüglich besonders sensibel ist, und das auch völlig zurecht.
Aber wie viele Leute der AFD sind Nazis? 30%? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Eine kleine Minderheit dürfte rechtsextrem sein. Und für diesen Flügel muss man bestimmt nichts übrig haben und Leute mit braunem Gedankengut soll man möglichst bekämpfen.
Eine funktionierende Demokratie muss jedoch unterschiedliche Meinungen aushalten. Damit meine ich nicht die Meinungen aus einem extremen Flügel, jedoch solche, welche in einigen Themen für eine andere Politik einstehen. Die Debatten müssen geführt werden, und da hilft es überhaupt nicht, wenn alle AFDler über einen Kamm geschert werden und als Nazis usw bezeichnet werden. Das vergiftet das Klima, ausserdem führt es zu einer Trotzreaktion: Werden ernsthafte Debatten nicht geführt sondern Leute gleich vorab delegitimiert, welche noch lange kein (ultra-) rechtes Gedankengut haben, fühlen sich manche zurecht nicht mehr abgeholt und es wandern noch mehr Leute zu einer solchen Partei.
Es ist ein Armutszeugnis für DE, wenn Leute, welche nicht zum extremen Flügel gehören, sich aber nicht mehr von der Politik vertreten fühlen, zu einer solchen Partei wandern. Das zeigt auch, dass viele Probleme nicht ernsthaft debattiert werden. Eine funktionierende Demokratie grenzt Extremisten automatisch aus oder gibt ihnen erst gar keinen Raum. Mit den Nichtextremisten muss man aber sprechen, auch wenn man noch so anderer Meinung ist.
Ich schaue mir das nur aus der Ferne an, habe weder einen DE Pass noch lebe ich in DE (wohl aber in einer gefühlt besser funktionierenden direkten Demokratie).
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Nick Zimmermann Mansfield Town | England Premier League | 8. Platz |
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